Behandlungsbeispiel Kinder:

Ein Kind (7 Jahre) kam in Begleitung seiner Eltern, es hatte viele Ängste. Das Kind wollte, dass die Eltern EFT lernen, um es bei ihn anzuwenden. Ich fragte das Kind, ob es erst mal testen wolle, ob EFT funktioniert und ich ein oder zwei Klopfdurchgänge bei ihm machen solle. Dann könnten wir noch mal prüfen, wer lernen solle. Das war o.k.
"Obwohl ich Angst habe, dass die anderen mich auslachen, bin ich trotzdem ein toller Junge." Die Angst war auf "Weingesicht", ging dann im zweiten Durchgang weg. Der nächste Wunsch des Kindes war: "Obwohl ich Angst habe, dass Arne mir weh tut, bin ich trotzdem ein starker und toller Junge". Angst war wieder auf "Weingesicht" und nach dem nächsten Durchgang weg.
Jetzt war der Zeitpunkt, nochmal klar zu stellen, wer EFT lernt. Das Zutrauen des Jungen war groß und er hatte Interesse, für sich diese "Starkmachertechnik" zu lernen. Hier gilt es, genau den Zugang zum Kind zu finden: Zaubertechnik, Starkmachertechnik, Freiheitstechnik usw.
Ich frage die Eltern, ob sie das auch interessant finden und mitmachen wollen, damit sie auch ein "Werkzeug" für den Notfall hätten. Sie wollten, im Mittelpunkt stand aber der Junge! Er war wichtig!
Ich ließ ihn auf einer Zeichnung die Kopfpunkte selbst notieren, mit seinen eigenen Worten und Zeichen, nachdem er sie bei sich ausprobiert hatte. Die "Tonleiter" hatte ich bereits aufgeschrieben und übte es mit ihm ein. Die Skalierung mit den 4 Gesichtern malte das Kind ebenfalls für sich selbst - dies halte ich für äußert wichtig, weil ich es imer wieder erlebe, dass die Kinder über diese Bilder sehr detailliert und authentisch ihre Emotionen ausdrüchen.
Auf meine Frage: "Und was fehlt denn jetzt noch?" kam auch prompt die Antwort: "Das Herzreiben". Ich hatte es zwar nicht so genannt, aber entscheidend ist auch hier die Sprachebene des Kindes. Ich bat ihn, auch eine Zeichnung für den Herzpunkt zu machen und gleich einen Probesatz zu schreiben. Der Satz lautete: "Obwohl Mama und Papa Tobias lieber haben als mich, bin ich ein tapferer und ganz lieber Junge". Mit dieser Aussage hatten weder die Eltern noch ich gerechnet. Wir waren sehr bewegt. Hier zeigte sich wieder einmal, wie EFT gerade auch bei Kindern die Blockaden löst und die Themen sich zeigen, wenn nichts vorgegeben wird. Der Junge klopfte dann: "Mama und Papa haben Tobias lieber als mich" - Skala: "Weingesicht".
Nach nur einem Durchgang lachte er und sagte: "Brauchen sie gar nicht!" und hatte ein spitzbübiges Lächeln im Gesicht. Auf meine Frage, was jetzt käme, meinte er: "Die Tonleiter" und machte den ganzen Ablauf.
Immer wieder erstaunt es mich, wie schnell Kinder die Technik erlernen und mit welchem Interesse. Zum Schluß fragte ich ihn: "Wann willst Du denn EFT machen?" Mit der allergrößten Ruhe und einer Selbstverständlichkeit, die mich beeindruckte, sagte er: "Abends im Bett und wenn ich wieder Angst habe oder traurig bin."
Ich fragte ihn, ob er noch etwas von mir wissen müsse oder ob er gehen könne, ausprobieren, und wenn er und seine Eltern Hilfe bräuchten, ob er mich dann anrufen wolle. Das fand er gut!
Bei den Eltern bedankte ich mich, dass sie aus Liebe zu ihrem Sohn EFT erlernt haben und den Prozeß schweigend begleitet hätten. Dadurch hätten sie ihm ermöglicht, seine eigenen Themen zu finden!
Der Ordnung halber sei erwähnt, dass die Namen von mir geändert wurden. Die Eltern vereinbarten noch einen weiteren Termin für sich. Der Sohn wendet EFT an und ist viel freier und selbstbewußter geworden.
zurück zu Erfahrungsberichte

